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Hörgeräte

OTC-Hörgeräte: Rezeptfreie Hörgeräte aus den USA

Redaktion HörviaStand: Oktober 20266 Min. Lesezeit

OTC steht für „over the counter“, also frei verkäuflich. In den USA dürfen Erwachsene ab 18 Jahren mit einem selbst wahrgenommenen leichten bis mittleren Hörverlust seit Oktober 2022 Hörgeräte ohne ärztliche Untersuchung und ohne Hörakustiker kaufen. In Deutschland gibt es diese eigene Kategorie nicht. Für eine Versorgung über die Krankenkasse brauchen Sie hier eine Verordnung und einen Hörakustiker.

Was die US-Regel besagt

Die US-Arzneimittel- und Medizinproduktebehörde FDA hat 2022 eine Regel für frei verkäufliche Hörgeräte erlassen. Danach dürfen bestimmte Hörgeräte ohne Rezept in Geschäften und online verkauft werden. Sie sind gedacht für:

  • Erwachsene ab 18 Jahren,
  • mit einem selbst wahrgenommenen leichten bis mittleren Hörverlust.

Für Kinder und für stärkere Hörverluste bleiben in den USA verschreibungspflichtige Hörgeräte vorgesehen, die von Fachleuten angepasst werden. Die FDA rät zudem bei bestimmten Warnzeichen zu einer ärztlichen Abklärung, etwa bei plötzlichem oder einseitigem Hörverlust, Schmerzen oder Schwindel.

Was in Deutschland gilt

In Deutschland sind Hörgeräte Medizinprodukte. Sie können sie grundsätzlich auch privat kaufen, im Fachgeschäft oder im Internet. Eine eigene Kategorie frei verkäuflicher Hörgeräte wie in den USA gibt es aber nicht.

Wenn sich die gesetzliche Krankenkasse beteiligen soll, gilt ein fester Ablauf: Verordnung durch den HNO-Arzt, Versorgung durch einen Hörakustiker, der Vertragspartner Ihrer Kasse ist, mit Messung, Anpassung und Nachsorge. Mehr dazu im Beitrag Hörgeräteverordnung beim HNO.

Wie gut hören Sie gerade? Der kostenlose Online-Hörtest dauert etwa sechs Minuten. Ihr Ergebnis besprechen Sie auf Wunsch im kostenlosen Erstgespräch per Video, unverbindlich und ohne Verkauf.
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Hörverstärker sind keine Hörgeräte

Im Handel und im Internet gibt es außerdem Hörverstärker, oft sehr günstig. Sie machen alles lauter, ohne auf Ihren persönlichen Hörverlust eingestellt zu sein. Für einen echten Hörverlust sind sie keine gleichwertige Lösung. Den Unterschied erklärt der Beitrag Hörverstärker oder Hörgerät.

Kopfhörer mit Hörfunktion

Einige Hersteller von Kopfhörern bieten Funktionen an, die Sprache verstärken oder Klänge nach einem Hörtest anpassen. Je nach Land und Zulassung sind manche davon als Hörhilfe für leichten bis mittleren Hörverlust gedacht. Sie können für einzelne Situationen nützlich sein. Eine ärztliche Abklärung und eine individuelle Versorgung ersetzen sie nicht, besonders wenn der Hörverlust stärker ist oder sich verändert.

Vor- und Nachteile im Überblick

Frei verkäuflich, selbst eingestelltVersorgung beim Meisterbetrieb
Ärztliche Abklärungnicht vorgesehenvor der Kassenversorgung über die Verordnung
MessungSelbsttest per Appkalibrierte Messung, auch im Störgeräusch
Anpassungdurch Sie selbstdurch Fachleute, mit Probetragen
Nachsorgemeist Kundendienst des AnbietersKontrolltermine und Service während der Nutzungsdauer
Kosten für gesetzlich Versicherteselbst bezahltohne Aufzahlung nur die gesetzliche Zuzahlung

Was für Sie sinnvoll ist

Für gesetzlich Versicherte in Deutschland ist die Versorgung über die Kasse meist der günstigste und sicherste Weg, weil eine Versorgung ohne Aufzahlung immer angeboten werden muss. Wer bequem starten möchte, beginnt online: mit unseren kostenlosen Hörtests und einem kostenlosen Erstgespräch per Video. Danach übernimmt ein Meisterbetrieb in Ihrer Nähe die Versorgung.

Warum die USA diesen Weg gegangen sind

In den USA übernehmen viele Krankenversicherungen Hörgeräte nicht oder nur teilweise. Für viele Menschen waren Hörgeräte deshalb sehr teuer. Die OTC-Regel sollte den Zugang erleichtern und den Wettbewerb stärken. In Deutschland ist die Ausgangslage anders, weil die gesetzliche Krankenversicherung eine aufzahlungsfreie Versorgung vorsieht. Ein direkter Vergleich der Preise führt deshalb leicht in die Irre.

Worauf Sie bei Angeboten im Internet achten

  • Handelt es sich um ein Hörgerät mit CE-Kennzeichnung als Medizinprodukt oder um einen einfachen Hörverstärker?
  • Wer stellt das Gerät auf Ihr Gehör ein, und auf welcher Grundlage?
  • Gibt es ein Rückgaberecht, und wie lange?
  • Wer hilft bei Problemen, und wo wird repariert?
  • Was kostet das Gerät im Vergleich zu Ihrem Eigenanteil bei einer Kassenversorgung?

Erst abklären, dann entscheiden

Ein Hörverlust kann behandelbare Ursachen haben, etwa Ohrenschmalz oder eine Mittelohrentzündung. Plötzliche, einseitige oder schmerzhafte Beschwerden gehören in jedem Fall zum Arzt. Wer diese Abklärung überspringt, riskiert, eine behandelbare Ursache zu übersehen.

Häufige Fragen

Was sind OTC-Hörgeräte?

Frei verkäufliche Hörgeräte, die in den USA seit 2022 ohne Rezept und ohne Hörakustiker gekauft werden dürfen, für Erwachsene mit selbst wahrgenommenem leichtem bis mittlerem Hörverlust.

Gibt es OTC-Hörgeräte in Deutschland?

Eine eigene Kategorie wie in den USA gibt es nicht. Hörgeräte können privat gekauft werden, die Kasse beteiligt sich aber nur mit Verordnung und Versorgung durch einen Vertragspartner.

Sind rezeptfreie Hörgeräte günstiger?

Für gesetzlich Versicherte meist nicht, denn über die Kasse gibt es eine Versorgung ohne Aufzahlung, bei der nur die gesetzliche Zuzahlung bleibt.

Sind Hörverstärker eine Alternative?

Bei echtem Hörverlust nicht. Sie verstärken alles gleich und sind nicht auf Ihr Gehör eingestellt.

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Quellen

  1. U.S. Food and Drug Administration: OTC Hearing Aids, What You Should Know: www.fda.gov
  2. SGB V § 33: Hilfsmittel: www.gesetze-im-internet.de
  3. G-BA: Hilfsmittel-Richtlinie, Abschnitt C Hörhilfen (Stand 2025): www.g-ba.de

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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