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Hörverlust verstehen

Hörtest beim HNO, beim Hörakustiker oder online?

Redaktion HörviaStand: Oktober 20267 Min. Lesezeit

Es gibt drei Wege, Ihr Gehör zu testen: online, beim Hörakustiker und in der HNO-Praxis. Der Online-Test gibt eine schnelle Orientierung, der Hörakustiker misst genau, und nur die HNO-Praxis klärt die Ursache und stellt die Verordnung für die Krankenkasse aus. Welcher Weg wann passt, erfahren Sie hier.

Die drei Wege im Überblick

Online-HörtestHörakustikerHNO-Praxis
Zielerste Orientierunggenaue Messung, Beratung, AnpassungDiagnose, Ursache, Verordnung
Dauerwenige Minutenmeist 30 bis 60 Minutenje nach Untersuchung
Kostenmeist kostenlosHörtest bei vielen Betrieben kostenlosbei Kassenpatienten Kassenleistung
Terminjederzeitmeist kurzfristigje nach Praxis
Diagnoseneinneinja

Der Online-Hörtest

Ein Online-Hörtest spielt Ihnen Töne in verschiedenen Höhen und Lautstärken über Kopfhörer vor. Sie geben an, ob Sie sie hören. Gute Tests prüfen jedes Ohr einzeln und arbeiten mit einer Kalibrierung, damit die Ergebnisse vergleichbar werden. Daneben gibt es Sprachtests, bei denen Sie Wörter oder Ziffern im Rauschen erkennen.

Stärken: Sie können ihn sofort, zu Hause und ohne Termin machen. Er senkt die Hemmschwelle und zeigt, ob ein genauerer Test sinnvoll ist.

Grenzen: Kopfhörer, Lautstärkeeinstellung und Umgebungsgeräusche beeinflussen das Ergebnis. Ein Online-Test kann nicht zwischen Mittelohr- und Innenohrproblemen unterscheiden. Er ersetzt weder eine Messung beim Hörakustiker noch eine ärztliche Untersuchung.

Bei plötzlichem Hörverlust, Schmerzen, Ausfluss aus dem Ohr, Schwindel oder einseitigen Beschwerden ist ein Online-Test nicht der richtige Weg. Gehen Sie dann bitte direkt zu einer HNO-Praxis.

Der Hörtest beim Hörakustiker

Hörakustikerinnen und Hörakustiker sind Gesundheitshandwerker. Sie messen Ihr Gehör in einer schallgedämmten Kabine mit kalibrierten Geräten. Typisch sind:

  • Tonaudiogramm: Ihre Hörschwelle für verschiedene Tonhöhen, oft mit Luft- und Knochenleitung
  • Sprachtest: zum Beispiel der Freiburger Einsilbertest
  • Unbehaglichkeitsschwelle: ab welcher Lautstärke Ihnen Töne unangenehm werden, wichtig für die Hörgeräteeinstellung
  • Gespräch über Ihren Alltag: wo Sie Schwierigkeiten haben und was Ihnen wichtig ist

Der Hörtest beim Akustiker ist bei vielen Betrieben kostenlos und unverbindlich. Er ersetzt aber keine ärztliche Diagnose. Für Hörgeräte auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse brauchen Sie bei der Erstversorgung eine ärztliche Verordnung.

Die Untersuchung in der HNO-Praxis

Die HNO-Ärztin oder der HNO-Arzt untersucht zuerst das Ohr mit dem Mikroskop. Dabei fallen etwa ein Ohrenschmalzpfropf, eine Entzündung oder ein Loch im Trommelfell auf. Dazu kommen Ton- und Sprachaudiometrie und je nach Befund weitere Messungen, etwa der Trommelfellbeweglichkeit. Ziel ist die Frage: Warum hören Sie schlechter, und lässt sich die Ursache behandeln?

Erst wenn medikamentöse oder operative Behandlungen geprüft wurden und die Voraussetzungen der Hilfsmittel-Richtlinie erfüllt sind, stellt die Praxis eine Hörgeräteverordnung aus. Wie das genau läuft, erklärt der Beitrag Hörgeräteverordnung beim HNO.

Welche Reihenfolge ist sinnvoll?

Das hängt von Ihrer Situation ab:

  • Sie sind unsicher, ob Sie überhaupt schlechter hören: Starten Sie mit einem Online-Test. Zeigt er Auffälligkeiten, folgt ein genauer Test.
  • Sie merken schon länger, dass das Hören nachlässt: Ein Termin beim Hörakustiker und in der HNO-Praxis. Die Reihenfolge ist frei, die Verordnung kommt von der Praxis.
  • Sie haben plötzlich oder einseitig Beschwerden: direkt in die HNO-Praxis.
  • Sie tragen schon Hörgeräte: Regelmäßige Kontrollen beim Hörakustiker, bei Verschlechterung auch ärztlich.

Ein Sonderfall: Hörtests am Arbeitsplatz

Wer bei der Arbeit Lärm ausgesetzt ist, hat Anspruch auf arbeitsmedizinische Vorsorge. Nach der Verordnung zur arbeitsmedizinischen Vorsorge muss der Arbeitgeber sie anbieten, wenn der Tageslärmpegel 80 dB(A) überschreitet. Ab 85 dB(A) ist sie Pflicht. Zur Vorsorge gehört in der Regel ein Hörtest beim Betriebsarzt. Er dient dem Arbeitsschutz und ersetzt bei Beschwerden nicht den Weg zur HNO-Praxis. Bitten Sie um eine Kopie Ihres Ergebnisses, damit Sie Veränderungen über die Jahre vergleichen können.

So bereiten Sie sich auf einen Hörtest vor

  • Meiden Sie am Tag vorher laute Musik, Konzerte oder lautes Werkzeug. Lärm kann die Hörschwelle vorübergehend verschieben.
  • Notieren Sie, in welchen Situationen Sie Schwierigkeiten haben.
  • Bringen Sie, wenn vorhanden, frühere Audiogramme und Ihre Medikamentenliste mit.
  • Nehmen Sie gern eine vertraute Person mit. Sie kennt Ihren Alltag aus einer anderen Sicht.
  • Fragen Sie nach, wenn Sie einen Begriff nicht verstehen. Ein gutes Gespräch über das Ergebnis gehört zum Test dazu.

Nach dem Test sollten Sie wissen, wie stark Ihr Hörverlust ist, ob beide Ohren ähnlich betroffen sind und was als Nächstes sinnvoll ist. Bleiben diese Fragen offen, haken Sie nach.

Was nach dem Test passiert

Ein auffälliges Ergebnis bedeutet nicht automatisch, dass Sie ein Hörgerät brauchen. Manchmal genügt eine Behandlung, etwa die Entfernung eines Ohrenschmalzpfropfs. Manchmal reicht es, die Entwicklung im Blick zu behalten und in einem oder zwei Jahren erneut zu messen. Und manchmal ist ein Hörgerät die beste Lösung. Diese Entscheidung treffen Sie gemeinsam mit der HNO-Praxis und dem Hörakustiker, in Ihrem Tempo.

Unser Angebot zur Orientierung

Bei Hörvia finden Sie zwei kostenlose Tests: den Online-Hörtest mit Hörkurve für jedes Ohr und den Sprachtest im Störgeräusch. Beide ersetzen keine Diagnose. Wenn Sie Ihr Ergebnis einordnen möchten, besprechen wir es mit Ihnen im kostenlosen Online-Erstgespräch und vermitteln Ihnen bei Bedarf einen Hörakustik-Meisterbetrieb in Ihrer Nähe.

Häufige Fragen

Wie genau ist ein Online-Hörtest?

Er gibt eine Orientierung, ist aber weniger genau als eine Messung in der Kabine. Kopfhörer, Lautstärke und Raumgeräusche beeinflussen das Ergebnis.

Brauche ich für den Hörakustiker eine Überweisung?

Für einen Hörtest beim Hörakustiker nicht. Für die erste Hörgeräteversorgung auf Kosten der gesetzlichen Krankenkasse brauchen Sie aber eine ärztliche Verordnung.

Was kostet ein Hörtest beim HNO-Arzt?

Für gesetzlich Versicherte ist die ärztliche Untersuchung bei medizinischem Anlass eine Kassenleistung. Privat Versicherte erhalten eine Rechnung nach der Gebührenordnung.

Wie oft sollte ich einen Hörtest machen?

Ab etwa 50 Jahren ist ein Test alle paar Jahre sinnvoll, bei Beschwerden oder Lärmbelastung früher. Feste gesetzliche Intervalle für Erwachsene gibt es außerhalb der Arbeitsmedizin nicht.

Kostenloses Erstgespräch anfragen →

Quellen

  1. G-BA: Hilfsmittel-Richtlinie, Abschnitt C Hörhilfen (Stand 2025): www.g-ba.de
  2. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit bei Erwachsenen: www.gesundheitsinformation.de
  3. gesund.bund.de: Schwerhörigkeit und Gehörlosigkeit bei Erwachsenen: gesund.bund.de

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.