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Alltag & Familie

Mit Hörgeräten verreisen: Flugzeug, Hotel und Urlaub

Redaktion HörviaStand: Oktober 20266 Min. Lesezeit

Mit Hörgeräten können Sie ganz normal reisen. Sie dürfen sie bei der Sicherheitskontrolle und während des Fluges in der Regel im Ohr behalten. Ersatzbatterien, Ladegerät und Zubehör gehören ins Handgepäck. Mit einer kleinen Packliste und ein paar Hinweisen an das Personal wird die Reise entspannter.

Vor der Reise

  • Termin beim Hörakustiker: Lassen Sie die Geräte vor einer längeren Reise reinigen und prüfen. Fragen Sie nach Ersatzteilen wie Domes und Filtern.
  • Programme klären: Lassen Sie sich zeigen, welches Programm für Flugzeug, Restaurant oder Stadtlärm sinnvoll ist.
  • App aktualisieren: Wenn Sie eine Hörgeräte-App nutzen, laden Sie Updates vor der Abreise.
  • Kontaktdaten notieren: Telefonnummer des Meisterbetriebs und Seriennummern der Geräte.

Packliste

  • Ersatzbatterien in ausreichender Menge oder Ladeschale und Ladekabel
  • passender Reisestecker für das Ladegerät
  • Aufbewahrungsbox und Trockenbox oder Trockenkapseln
  • Ersatzdomes, Filter und Reinigungstuch
  • Bedienungsanleitung, gern als Foto auf dem Handy
  • bei Bedarf Gehörschutz für laute Orte

Packen Sie alles ins Handgepäck. Geht ein Koffer verloren, haben Sie das Wichtigste dabei.

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Sicherheitskontrolle am Flughafen

Hörgeräte können Sie bei der Kontrolle meist im Ohr behalten. Sagen Sie dem Personal vorher, dass Sie Hörgeräte tragen. Bei Implantaten wie einem Cochlea-Implantat ist ein Ausweis des Herstellers oder der Klinik hilfreich. Fragen Sie im Zweifel vorab bei Ihrer Fluggesellschaft nach.

Für Lithium-Akkus und Ersatzbatterien gelten im Luftverkehr besondere Regeln. Hörgeräte mit eingebautem Akku und Ersatzbatterien gehören ins Handgepäck. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit hat dazu Hinweise veröffentlicht. Maßgeblich sind die Vorgaben Ihrer Fluggesellschaft.

Im Flugzeug

  • Behalten Sie die Hörgeräte im Ohr, damit Sie Durchsagen hören.
  • Sagen Sie dem Kabinenpersonal, dass Sie schwer hören. So bekommen Sie wichtige Informationen persönlich.
  • Bei Geräten mit Bluetooth folgen Sie den Anweisungen der Crew zum Flugmodus. Viele Hörgeräte haben dafür eine eigene Einstellung in der App.
  • Gegen Druck auf den Ohren hilft Schlucken oder Kauen bei Start und Landung.

Bahn und Bahnhof

Durchsagen im Bahnhof sind auch für gut Hörende oft schwer zu verstehen. Nutzen Sie die Reise-App des Verkehrsunternehmens für Gleisänderungen und Verspätungen. Viele Züge zeigen Informationen zusätzlich auf Bildschirmen.

Im Hotel

  • Teilen Sie an der Rezeption mit, dass Sie schwer hören, besonders wegen des Feueralarms in der Nacht.
  • Manche Hotels haben barrierefreie Zimmer mit Lichtsignal für Klingel und Alarm. Fragen Sie bei der Buchung nach.
  • Legen Sie die Geräte nachts immer an denselben Platz, am besten in die Box.

Wärme, Sonne und Strand

Hitze im Auto oder in der prallen Sonne schadet Elektronik und Akku. Lassen Sie die Geräte nicht im Handschuhfach oder am Strandtuch liegen. Sonnencreme und Sand sind weitere Gegner. Cremen Sie sich ein, bevor Sie die Geräte einsetzen. Hinweise zu Wasser und Sport finden Sie im Beitrag Hörgeräte beim Sport und am Wasser.

Wenn unterwegs etwas kaputtgeht

Viele große Hersteller haben Servicepartner in vielen Ländern. Fragen Sie vorher Ihren Meisterbetrieb, wie Sie im Ausland vorgehen. Was bei Verlust und Defekt zu tun ist, lesen Sie im Beitrag Hörgerät kaputt oder verloren.

Für Angehörige

Reisen mit Eltern, die schlecht hören, gelingt besser mit Planung. Ruhige Restaurants, Sitzplätze mit Blick auf die Gesprächspartner und genug Pausen helfen. Mehr Tipps im Beitrag Hören im Restaurant.

Sprachbarrieren und Hörverlust

Im Ausland kommt zum Hörverlust oft eine fremde Sprache dazu. Das macht Verstehen doppelt anstrengend. Übersetzungs-Apps mit Textanzeige helfen, ebenso schriftliche Notizen bei der Hotelbuchung oder Reservierung. Bitten Sie in Restaurants um einen ruhigen Tisch, gern schon bei der Reservierung.

Führungen und Ausflüge

Bei Stadtführungen und Museumsbesuchen wird oft über Funkanlagen gesprochen. Manche Museen und Theater haben Induktionsschleifen, die Ton direkt an Hörgeräte mit T-Spule übertragen. Achten Sie auf das Symbol mit dem durchgestrichenen Ohr und dem Buchstaben T. Neuere Hörgeräte können zudem Auracast-Übertragungen empfangen, wo diese angeboten werden. Mehr zur Technik im Beitrag Hörgeräte mit Bluetooth.

Lange Autofahrten

Fahrgeräusche auf der Autobahn sind für Hörgeräte eine Herausforderung. Viele Geräte haben ein Programm für das Auto, das Gespräche mit Mitfahrenden erleichtert. Für Navigation und Telefon ist Streaming per Bluetooth angenehm, wenn Ihr Gerät das unterstützt. Planen Sie bei langen Fahrten Pausen ein, denn konzentriertes Zuhören ermüdet.

Häufige Fragen

Darf ich mit Hörgeräten durch die Sicherheitskontrolle?

In der Regel ja. Sagen Sie dem Personal, dass Sie Hörgeräte tragen.

Muss ich Hörgeräte im Flugzeug ausschalten?

Meist nicht. Folgen Sie den Anweisungen der Crew zum Flugmodus, viele Hörgeräte haben dafür eine eigene Einstellung.

Gehören Ersatzbatterien ins Handgepäck?

Ja. Ersatzbatterien und Akkus gehören ins Handgepäck. Maßgeblich sind die Vorgaben Ihrer Fluggesellschaft.

Was mache ich, wenn das Hörgerät im Urlaub kaputtgeht?

Fragen Sie Ihren Meisterbetrieb vorab nach Servicepartnern im Reiseland und nehmen Sie Ersatzteile mit.

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Quellen

  1. EASA: Häufige Fragen zu Gefahrgut im Gepäck: www.easa.europa.eu
  2. IEC: Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code, IEC 60529): www.iec.ch

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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