Hörgeräte beim Sport, im Regen und am Wasser

Viele moderne Hörgeräte haben die Schutzart IP68. Sie sind damit staubdicht und gegen Wasser geschützt, wie es der Hersteller unter festgelegten Bedingungen geprüft hat. Regen, Schweiß und ein kurzer Spritzer sind kein Problem. Zum Schwimmen, Duschen und für die Sauna sind die meisten Hörgeräte trotzdem nicht gedacht.
Was IP68 bedeutet
Der IP-Code nach der Norm IEC 60529 beschreibt, wie gut ein Gehäuse gegen Fremdkörper und Wasser geschützt ist. Die erste Ziffer steht für Staub, die zweite für Wasser.
- 6 bei der ersten Ziffer heißt: staubdicht.
- 8 bei der zweiten Ziffer heißt: geschützt beim dauerhaften Untertauchen unter Bedingungen, die der Hersteller festlegt, etwa eine bestimmte Tiefe für eine bestimmte Zeit.
Wichtig ist der Zusatz „unter festgelegten Bedingungen“. Ein Test im Labor mit Süßwasser ist etwas anderes als Chlorwasser im Schwimmbad, Salzwasser im Meer oder heißer Dampf in der Sauna. Lesen Sie in der Bedienungsanleitung nach, was Ihr Hersteller ausdrücklich erlaubt.
Sport mit Hörgeräten
Für die meisten Sportarten können Sie Ihre Hörgeräte tragen. Gerade beim Mannschaftssport, im Fitnesskurs oder beim Radfahren hilft es, Kommandos und den Verkehr gut zu hören.
- Schweiß: Wischen Sie die Geräte nach dem Sport trocken und legen Sie sie über Nacht in eine Trockenbox.
- Halt: Bei viel Bewegung helfen Sicherungsbänder, Sportdomes oder ein Stirnband.
- Helm: Unter Fahrrad- oder Skihelm kann es pfeifen, wenn der Helm das Mikrofon abdeckt. Ein gut sitzender Helm mit Aussparung hilft.
- Kontaktsport: Bei Kampfsport oder Ballsport mit Kopfkontakt besser ohne Hörgeräte oder mit besonderem Schutz.
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Schwimmen, Duschen, Sauna
Für das Wasser gibt es eigene Lösungen. Die meisten Hörgeräte sollten Sie vor dem Schwimmen, Duschen und vor der Sauna herausnehmen. Hitze und Dampf schaden der Elektronik und dem Akku. Für Menschen, die beim Schwimmen hören möchten, gibt es spezielle wasserdichte Modelle und Schutzhüllen. Fragen Sie Ihren Hörakustiker, was es für Ihr Gerät gibt.
Wer häufig schwimmt, profitiert außerdem von einem maßgefertigten Schwimmschutz, der Wasser aus dem Gehörgang fernhält. Mehr dazu auf unserer Seite Gehörschutz nach Maß.
Regen und Feuchtigkeit im Alltag
Regen ist für Geräte mit IP68 kein Problem. Feuchtigkeit sammelt sich aber auch von innen, durch Körperwärme und Schweiß. Deshalb gilt:
- Nachts das Batteriefach öffnen oder die Geräte in die Trockenbox legen.
- Bei Akku-Geräten die Ladeschale trocken halten.
- Haarspray, Sonnencreme und Mückenschutz erst auftragen, dann die Geräte einsetzen.
- Geräte im Badezimmer nicht offen liegen lassen.
Alles zur täglichen Reinigung lesen Sie im Beitrag Hörgeräte pflegen und reinigen.
Wenn doch Wasser hineingekommen ist
- Gerät sofort herausnehmen und ausschalten, Batterie entfernen.
- Außen vorsichtig abtrocknen, nicht föhnen und nicht auf die Heizung legen.
- Über Nacht in eine Trockenbox legen.
- Funktioniert es danach nicht oder klingt es verzerrt, zum Hörakustiker bringen.
Worauf Sie beim Kauf achten
Wenn Sie viel draußen sind oder Sport treiben, sprechen Sie das beim Meisterbetrieb an. Achten Sie auf die IP-Schutzart, eine robuste Bauform, sicheren Halt und gegebenenfalls einen Akku, damit Sie kein Batteriefach öffnen müssen. Unser Hörgeräte-Finder fragt solche Alltagsgewohnheiten ab und gibt eine erste Orientierung.
Helm, Mütze und Stirnband
Im Winter und beim Radfahren sitzt oft etwas über dem Ohr. Bei Hinter-dem-Ohr- und Hörer-im-Ohr-Geräten kann das die Mikrofone abdecken und zu Pfeifen oder dumpfem Klang führen. Weiche Stirnbänder aus Funktionsstoff schützen vor Kälte und Schweiß und lassen genug Luft an die Mikrofone. Probieren Sie verschiedene Varianten zu Hause, bevor Sie zu einer längeren Tour aufbrechen.
Kälte und Akkus
Bei Kälte lassen Batterien und Akkus nach. Beim Wintersport kann die Laufzeit deutlich kürzer sein als gewohnt. Nehmen Sie bei Batteriegeräten Ersatz mit und tragen Sie ihn in einer Innentasche nah am Körper. Kommen Sie aus der Kälte in einen warmen Raum, kann sich Kondenswasser bilden. Eine Trockenbox am Abend beugt Schäden vor.
Fitnessstudio und Kurse
Im Studio läuft oft laute Musik. Wer Hörgeräte trägt, kann ein Programm für laute Umgebungen nutzen oder die Lautstärke über die App senken. Für Kurse mit Trainerin hilft ein Platz in der ersten Reihe. Manche Geräte lassen sich mit einem kleinen Funkmikrofon verbinden, das die Trainerin trägt. Fragen Sie Ihren Hörakustiker nach solchem Zubehör.
Häufige Fragen
Kann ich mit Hörgeräten schwimmen?
Mit den meisten nicht. Auch IP68 bedeutet nur Schutz unter vom Hersteller festgelegten Bedingungen. Für das Wasser gibt es spezielle Modelle und Schutzhüllen.
Was bedeutet IP68 bei Hörgeräten?
Die 6 steht für staubdicht, die 8 für Schutz beim dauerhaften Untertauchen unter Bedingungen, die der Hersteller festlegt.
Darf ich Hörgeräte beim Joggen tragen?
Ja. Trocknen Sie sie danach ab und legen Sie sie über Nacht in eine Trockenbox.
Kann ich mit Hörgeräten in die Sauna?
Nein. Hitze und Dampf schaden Elektronik und Akku. Nehmen Sie die Geräte vorher heraus.
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Quellen
- IEC: Schutzarten durch Gehäuse (IP-Code, IEC 60529): www.iec.ch
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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