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Hörgeräte

Hörgeräte pflegen und reinigen: Anleitung für jeden Tag

Redaktion HörviaStand: Oktober 20266 Min. Lesezeit

Hörgeräte arbeiten täglich viele Stunden in einer warmen, feuchten Umgebung mit Ohrenschmalz. Ein paar Minuten Pflege am Abend schützen die Technik und sorgen dafür, dass der Klang klar bleibt. Viele Ausfälle haben eine einfache Ursache: einen verstopften Filter oder Feuchtigkeit.

Die tägliche Routine

Nehmen Sie sich abends zwei bis drei Minuten Zeit:

  1. Abwischen: Reinigen Sie Gehäuse, Ohrpassstück oder Dome mit einem trockenen, weichen Tuch oder einem speziellen Reinigungstuch.
  2. Schmalz entfernen: Lösen Sie Ohrenschmalz an der Öffnung von Hörer oder Ohrpassstück vorsichtig mit der kleinen Bürste, die zum Gerät gehört.
  3. Mikrofonöffnungen säubern: Bürsten Sie sanft über die Mikrofonöffnungen, mit der Öffnung nach unten, damit nichts hineinfällt.
  4. Laden oder öffnen: Akku-Geräte kommen in die Ladeschale. Bei Batteriegeräten öffnen Sie das Batteriefach.

Regelmäßig: Filter und Dome wechseln

Viele Hörgeräte haben einen kleinen Schmalzfilter am Hörer oder im Ohrpassstück. Ist er verstopft, klingt das Gerät leiser, dumpf oder fällt ganz aus. Der Wechsel geht mit einem kleinen Werkzeug in wenigen Sekunden. Lassen Sie sich das beim Hörakustiker zeigen und üben Sie es dort einmal selbst.

Auch die Silikon-Schirmchen bei RIC-Geräten, die Dome, werden mit der Zeit hart oder verschmutzt. Wie oft gewechselt werden sollte, hängt davon ab, wie viel Schmalz Sie bilden. Ihr Hörakustiker gibt Ihnen einen Richtwert.

Wenn Ihr Hörgerät plötzlich leise oder still ist, prüfen Sie zuerst Filter, Dome und Batterie oder Ladezustand. Das löst einen großen Teil der Probleme.

Feuchtigkeit: der stille Feind

Schweiß, Regen, Dampf aus dem Badezimmer und Kondenswasser im Winter setzen der Elektronik zu. Viele Geräte sind gegen Spritzwasser geschützt, wasserdicht sind die meisten aber nicht.

  • Nehmen Sie die Hörgeräte vor dem Duschen, Baden, Schwimmen und in der Sauna heraus.
  • Legen Sie sie nicht ins Badezimmer, wo es feucht wird.
  • Bei Batteriegeräten hilft eine Trockenbox oder eine elektrische Trockenstation über Nacht.
  • Bei Akku-Geräten haben manche Ladeschalen eine Trocknungsfunktion. Fragen Sie nach, ob für Ihr Modell eine Trockenbox empfohlen wird.
  • Kommen die Geräte nass vom Regen, wischen Sie sie trocken und lassen sie an der Luft trocknen. Keine Heizung, kein Föhn, keine Mikrowelle.

Was Sie vermeiden sollten

  • Haarspray, Parfüm und Sonnencreme auftragen, während die Geräte im Ohr sind. Erst pflegen, dann einsetzen.
  • Reinigung mit Alkohol, Lösungsmitteln oder Haushaltsreinigern, wenn der Hersteller das nicht ausdrücklich vorsieht
  • Hörgeräte in der Sonne, im heißen Auto oder auf der Heizung liegen lassen
  • Fallenlassen auf harten Boden. Setzen Sie die Geräte am besten über einem Tisch oder Handtuch ein.
  • Offene Aufbewahrung, wenn Haustiere im Haushalt sind. Hunde finden Hörgeräte erstaunlich interessant.

Pflege auf Reisen

Packen Sie für unterwegs ein kleines Set ein: Reinigungstuch, Bürste, Ersatzfilter, Ersatz-Dome, bei Batteriegeräten einen Vorrat Batterien und bei Akku-Geräten Ladeschale und Kabel. Im Flugzeug gehören die Hörgeräte samt Zubehör ins Handgepäck. Bei Reisen in feuchtwarme Länder ist eine Trockenbox besonders sinnvoll. Und notieren Sie sich die Modellbezeichnung, falls Sie unterwegs einen Hörakustiker brauchen.

Ohrpassstück und Schlauch

Ein individuelles Ohrpassstück können Sie je nach Material abnehmen und reinigen. Fragen Sie Ihren Hörakustiker, ob das bei Ihrem Modell möglich ist und welches Mittel geeignet ist. Danach muss es vollständig trocken sein, bevor Sie es wieder anschließen. Wassertropfen im Schlauch dämpfen den Klang. Schläuche verhärten mit der Zeit und werden beim Hörakustiker gewechselt.

Professionelle Wartung

Lassen Sie Ihre Hörgeräte regelmäßig beim Hörakustiker überprüfen. Dort werden Mikrofone und Hörer geprüft, Teile getauscht und die Geräte gründlich gereinigt. Bei der Gelegenheit kann auch ein Hörtest zeigen, ob sich Ihr Gehör verändert hat. Viele Menschen nutzen einen festen Rhythmus, etwa alle paar Monate. Fragen Sie, welche Leistungen im Rahmen Ihrer Versorgung ohne zusätzliche Kosten enthalten sind.

Wenn etwas nicht stimmt

ProblemMögliche UrsacheWas Sie tun können
Gerät ist stillBatterie leer, Akku nicht geladen, Filter verstopftBatterie tauschen, laden, Filter wechseln
Ton leise oder dumpfSchmalz im Hörer, Feuchtigkeit im Schlauchreinigen, trocknen
PfeifenGerät sitzt nicht richtig, viel Ohrenschmalz im Ohrneu einsetzen, Ohren ärztlich prüfen lassen
Rauschen oder KnackenFeuchtigkeit, Defekttrocknen, Hörakustiker aufsuchen

Pfeift Ihr Gerät häufig, kann auch ein Pfropf im Gehörgang die Ursache sein. Mehr dazu im Beitrag Ohrenschmalzpfropf. Zur Absicherung gegen Verlust und Schäden lesen Sie den Abschnitt zur Versicherung im Beitrag Was kosten Hörgeräte?.

Pflege bei eingeschränkter Sehkraft oder Fingerfertigkeit

Kleine Filter und Dome sind für manche Menschen schwer zu handhaben. Bitten Sie den Hörakustiker, Ihnen die Handgriffe mehrmals zu zeigen, und lassen Sie sich größere Hilfsmittel wie Lupen oder spezielle Wechselwerkzeuge empfehlen. Angehörige können einen festen Pflegetermin übernehmen. Und wenn es gar nicht klappt, ist ein regelmäßiger kurzer Besuch beim Hörakustiker eine gute Lösung.

Gut gepflegt, gut gehört

Pflege ist kein großer Aufwand, wenn sie zur Gewohnheit wird. Wenn Sie noch keine Hörgeräte haben und wissen möchten, welche Bauform pflegeleicht zu Ihnen passt, hilft Ihnen der kostenlose Hörgeräte-Finder bei einer ersten Einschätzung.

Häufige Fragen

Wie oft sollte ich meine Hörgeräte reinigen?

Täglich kurz mit Tuch und Bürste. Filter und Dome werden je nach Bedarf gewechselt, eine gründliche Wartung erfolgt regelmäßig beim Hörakustiker.

Darf ich Hörgeräte mit Wasser reinigen?

Das Gerät selbst nicht. Abnehmbare Ohrpassstücke lassen sich je nach Material reinigen, müssen danach aber vollständig trocken sein. Fragen Sie Ihren Hörakustiker.

Warum pfeift mein Hörgerät?

Meist sitzt es nicht richtig oder es sammelt sich Ohrenschmalz im Gehörgang. Pfeift es dauerhaft, sollte der Hörakustiker Sitz und Einstellung prüfen.

Braucht man eine Trockenbox?

Bei Batteriegeräten ist sie oft sinnvoll. Bei Akku-Geräten hängt es vom Modell ab. Fragen Sie Ihren Hörakustiker, was für Ihr Gerät empfohlen wird.

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Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Ohrenschmalz-Pfropf: www.gesundheitsinformation.de
  2. G-BA: Hilfsmittel-Richtlinie, Abschnitt C Hörhilfen (Stand 2025): www.g-ba.de

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.