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Hörgeräte

Hörgerät und Brille: So tragen Sie beides bequem

Redaktion HörviaStand: Oktober 20265 Min. Lesezeit

Hörgerät und Brille vertragen sich gut, wenn beides aufeinander abgestimmt ist. Entscheidend sind die richtige Reihenfolge beim Aufsetzen, ein schmaler Brillenbügel und eine passende Bauform. Für Menschen, die zusätzlich eine Maske tragen, gibt es einfache Hilfen, damit kein Hörgerät verloren geht.

Warum es hinter dem Ohr eng werden kann

Hinter dem Ohr ist nur wenig Platz. Bei einem Hinter-dem-Ohr-Gerät oder einem RIC-Gerät teilen sich Hörgerät und Brillenbügel diesen Raum. Ist der Bügel breit oder das Hörgerät groß, drückt es, das Gerät rutscht oder das Mikrofon wird verdeckt. Mit ein paar Kniffen lässt sich das in den allermeisten Fällen lösen.

Die richtige Reihenfolge

  1. Zuerst die Brille aufsetzen. Sie bestimmt, wo der Bügel liegt.
  2. Dann das Hörgerät einsetzen. Schieben Sie das Gehäuse zwischen Bügel und Kopf oder legen Sie es außen am Bügel an, je nachdem, was bequemer ist und wie Ihr Hörakustiker es empfiehlt.
  3. Sitz prüfen: Der Hörer oder das Ohrpassstück muss richtig im Gehörgang sitzen. Pfeift das Gerät, sitzt es meist nicht ganz richtig.

Beim Absetzen gehen Sie umgekehrt vor: erst das Hörgerät, dann die Brille. So wird das Gerät nicht versehentlich mit dem Bügel herausgezogen.

Was bei der Brille hilft

  • Schmale Bügel: Dünne Metall- oder Titanbügel lassen mehr Platz als breite Kunststoffbügel.
  • Gute Anpassung: Lassen Sie die Bügel beim Optiker so anpassen, dass sie nicht auf das Hörgerät drücken. Bringen Sie dafür Ihre Hörgeräte mit.
  • Leichtes Gestell: Je weniger die Brille wiegt, desto weniger drückt sie hinter dem Ohr.
  • Bei neuer Brille an das Hörgerät denken: Probieren Sie Fassungen mit eingesetzten Hörgeräten an.

Welche Hörgeräte gut zur Brille passen

Für viele Brillenträger sind Im-Ohr-Geräte besonders bequem, weil hinter dem Ohr gar nichts sitzt. Kleine RIC-Geräte mit schlankem Gehäuse und dünnem Hörerdraht sind ebenfalls meist problemlos. Bei klassischen HdO-Geräten mit Schallschlauch kommt es auf Größe und Form an. Mehr zu den Unterschieden im Beitrag Hörgeräte-Bauformen im Vergleich.

Für besondere Fälle gibt es Hörbrillen, bei denen ein Knochenleitungshörer in den Brillenbügel eingearbeitet oder angesteckt ist. Sie kommen vor allem in Betracht, wenn ein normales Hörgerät im Gehörgang nicht möglich ist, etwa bei bestimmten Fehlbildungen oder chronischer Entzündung. Die Hilfsmittel-Richtlinie nennt solche Knochenleitungshörbügel ausdrücklich als mögliche Versorgung in medizinisch begründeten Fällen.

Hörgerät und Maske

Masken mit Gummibändern hinter den Ohren sind die häufigste Ursache für verlorene Hörgeräte. Beim Abnehmen schnippt das Band das Gerät aus dem Ohr, und es fällt unbemerkt auf den Boden. So beugen Sie vor:

  • Nutzen Sie Masken mit Bändern, die am Hinterkopf gebunden oder geklippt werden.
  • Verwenden Sie einen Maskenhalter oder Ohrschoner, der die Bänder hinter dem Kopf zusammenführt.
  • Nehmen Sie die Maske langsam ab und halten Sie dabei die Hörgeräte mit der anderen Hand fest.
  • Kontrollieren Sie nach dem Abnehmen kurz, ob beide Geräte noch sitzen.
  • Ein Sicherungsclip mit kleiner Schnur verbindet die Hörgeräte mit der Kleidung. Er ist auch beim Sport praktisch.
Viele Hörgeräte-Apps zeigen den letzten bekannten Standort Ihrer Geräte. Aktivieren Sie diese Funktion, solange die Geräte neu sind. Im Ernstfall spart das langes Suchen.

Und wenn noch ein Mund-Nasen-Schutz bei der Arbeit dazukommt?

In Pflege, Medizin oder Lebensmittelbetrieben tragen viele Menschen täglich Brille, Maske und Hörgerät zugleich. Hier lohnt es sich besonders, Im-Ohr-Geräte oder sehr kleine RIC-Geräte zu prüfen. Sprechen Sie dabei auch das Verstehen mit Maske an: Masken dämpfen die hohen Töne und verdecken die Lippen. Manche Hörgeräte haben dafür eigene Programme. Wie Sie am Arbeitsplatz Unterstützung bekommen, lesen Sie im Beitrag Schwerhörigkeit am Arbeitsplatz.

Sehen und Hören gemeinsam denken

Gutes Sehen hilft beim Hören. Wer Mimik und Lippenbewegungen gut erkennt, versteht im Lärm mehr. Umgekehrt entlastet gutes Hören die Augen, weil man nicht ständig auf den Mund schauen muss. Lassen Sie deshalb Augen und Ohren regelmäßig prüfen. Wenn Sie eine Gleitsichtbrille tragen, achten Sie darauf, im Gespräch durch den Fernbereich auf das Gesicht Ihres Gegenübers zu schauen.

Sport, Fahrrad und Helm

Auch beim Sport kommen oft mehrere Dinge am Ohr zusammen: Sonnenbrille, Fahrradhelm, Stirnband. Setzen Sie den Helm vorsichtig auf, damit er das Hörgerät nicht verschiebt, und prüfen Sie danach den Sitz. Schweiß und Regen sind für die Technik eine Belastung. Wischen Sie die Geräte nach dem Sport trocken ab. Ein Sicherungsclip schützt vor Verlust, wenn ein Gerät beim Joggen oder Radfahren herausrutscht.

Kleine Probleme, einfache Lösungen

ProblemLösung
Es drückt hinter dem Ohr.Bügel beim Optiker anpassen lassen, schmaleren Bügel wählen
Das Hörgerät rutscht.Reihenfolge prüfen, Sitz vom Hörakustiker kontrollieren lassen
Es raschelt beim Bewegen.Gerät und Bügel berühren sich, Position leicht verändern
Die Maske reißt das Gerät heraus.Maskenhalter oder Bänder am Hinterkopf nutzen

Vor dem Kauf ausprobieren

Nehmen Sie Ihre Brille zum Termin beim Hörakustiker mit und tragen Sie sie während des gesamten Probetragens. Nur so merken Sie, ob nach einigen Stunden etwas drückt. Eine erste Empfehlung für eine brillenfreundliche Bauform gibt der kostenlose Hörgeräte-Finder. Ihre Fragen beantworten wir gern im Online-Erstgespräch.

Häufige Fragen

Was setze ich zuerst auf, Brille oder Hörgerät?

Zuerst die Brille, dann das Hörgerät. Beim Absetzen umgekehrt, damit das Hörgerät nicht mit dem Bügel herausgezogen wird.

Welche Hörgeräte sind am besten für Brillenträger?

Im-Ohr-Geräte und schlanke RIC-Geräte sind für viele Brillenträger besonders angenehm. Probieren Sie es mit Ihrer eigenen Brille aus.

Wie verliere ich mein Hörgerät nicht beim Abnehmen der Maske?

Nutzen Sie Masken mit Bändern am Hinterkopf oder einen Maskenhalter und nehmen Sie die Maske langsam ab, während Sie die Hörgeräte festhalten.

Gibt es Hörgeräte in der Brille?

Ja, sogenannte Hörbrillen mit Knochenleitung. Sie kommen vor allem in Betracht, wenn ein normales Hörgerät im Gehörgang medizinisch nicht möglich ist.

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Quellen

  1. G-BA: Hilfsmittel-Richtlinie, Abschnitt C Hörhilfen (Stand 2025): www.g-ba.de
  2. Bundesbeihilfeverordnung, Anlage 11 (Hilfsmittel): www.buzer.de

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.