Erster Termin beim Hörakustiker: Checkliste

Zum ersten Termin beim Hörakustiker nehmen Sie die ärztliche Verordnung, Ihre Versichertenkarte, vorhandene Hörtestergebnisse und eine kurze Liste Ihrer schwierigsten Hörsituationen mit. Planen Sie etwa eine Stunde ein, und bringen Sie gern eine vertraute Person mit. Je besser Sie vorbereitet sind, desto genauer kann der Meister auf Ihren Alltag eingehen.
Was Sie mitnehmen
- Hörgeräteverordnung vom HNO-Arzt, wenn sich die Kasse beteiligen soll
- Versichertenkarte oder bei Privatversicherten die Unterlagen zum Tarif
- Vorhandene Hörtests, etwa das Audiogramm aus der HNO-Praxis oder Ihre Ergebnisse aus unseren Online-Tests
- Alte Hörgeräte, falls vorhanden, mit Kaufunterlagen
- Brille, denn Hörgerät und Brillenbügel müssen zusammenpassen
- Smartphone, wenn Sie Telefonate oder Musik direkt ins Hörgerät übertragen möchten
- Liste Ihrer Hörsituationen, siehe unten
Ihre Hörsituationen notieren
Der wichtigste Teil der Vorbereitung ist ein ehrlicher Blick auf den Alltag. Notieren Sie drei bis fünf Situationen, in denen Sie besser hören möchten. Zum Beispiel:
- Gespräche mit den Enkeln am Esstisch
- Besprechungen bei der Arbeit
- Fernsehen, ohne dass es anderen zu laut ist
- Telefonieren mit dem Arzt oder der Bank
- Gottesdienst, Theater, Vorträge
Unser Hörpass im Anfrageformular und das Klangtagebuch helfen dabei.
Kostenloses Erstgespräch anfragen → Hörtest machen
Wie der Termin abläuft
- Gespräch: Der Hörakustiker fragt nach Ihrem Alltag, Ihren Wünschen und Ihrer Krankengeschichte.
- Blick ins Ohr: Mit einem Otoskop prüft er Gehörgang und Trommelfell.
- Hörmessung: Ton- und Sprachtests in einer schallgedämmten Kabine oder einem ruhigen Raum, oft auch im Störgeräusch.
- Beratung: Er erklärt die Ergebnisse und schlägt passende Bauformen und Geräte vor.
- Erste Anpassung: Oft können Sie schon am ersten Tag ein Gerät hören und zur Probe mitnehmen.
Fragen, die Sie stellen sollten
- Welche Versorgung ist für mich ohne Aufzahlung möglich, und kann ich sie testen?
- Welche Geräte vergleichen wir im Probetragen, und wie lange?
- Was genau bekomme ich für eine mögliche Aufzahlung?
- Welche Nachsorge, Reparaturen und Verbrauchsmaterialien sind enthalten?
- Wie erreiche ich Sie bei Problemen, und gibt es Hausbesuche?
- Bekomme ich einen schriftlichen Kostenvoranschlag?
Was in einem Kostenvoranschlag stehen sollte, erklärt der Beitrag Kostenvoranschlag für Hörgeräte verstehen.
Begleitung mitnehmen
Eine vertraute Person hilft doppelt. Sie hört mit, was besprochen wird, und kann beim Probetragen sagen, ob Sie im Gespräch sicherer wirken. Außerdem ist eine bekannte Stimme für die Feineinstellung hilfreich. Viele Hörakustiker bitten ausdrücklich darum.
Was Sie nicht tun müssen
Sie müssen beim ersten Termin nichts unterschreiben und nichts kaufen. Lassen Sie sich die Unterlagen mitgeben und entscheiden Sie in Ruhe. Ein guter Betrieb lässt Ihnen diese Zeit. Woran Sie einen guten Betrieb erkennen, lesen Sie im Beitrag Guten Hörakustiker finden.
Wenn Sie noch keinen Betrieb haben
Im kostenlosen Online-Erstgespräch gehen wir Ihre Situation gemeinsam durch, besprechen Ihre Testergebnisse und nennen Ihnen Meisterbetriebe in Ihrer Nähe, auf Wunsch auch mit Hausbesuch. So kommen Sie gut vorbereitet zum ersten Termin.
Nach dem Termin
Notieren Sie zu Hause kurz, was besprochen wurde: welche Geräte Sie testen, wann der nächste Termin ist und worauf Sie beim Probetragen achten sollen. Testen Sie die Geräte bewusst in den Situationen, die Sie aufgeschrieben haben. Ein Hörgerät, das im Geschäft gut klingt, muss sich am Esstisch, im Auto und beim Fernsehen bewähren. Das Klangtagebuch hilft, die Eindrücke festzuhalten.
Wie viele Termine Sie einplanen sollten
Eine Hörgeräteversorgung ist kein einmaliger Kauf. Rechnen Sie mit mehreren Terminen: Messung und Beratung, Anpassung, ein bis drei Termine zur Feineinstellung während des Probetragens und schließlich die Abschlussmessung. Danach folgen Kontrolltermine, oft halbjährlich oder jährlich. Fragen Sie beim ersten Termin, wie der Betrieb das organisiert und ob Termine auch außerhalb der üblichen Arbeitszeiten oder per Hausbesuch möglich sind.
Wenn Sie unsicher sind
Es ist völlig in Ordnung, nach dem ersten Termin noch nicht zu wissen, was Sie wollen. Fragen Sie nach, wenn Sie etwas nicht verstanden haben, gerade bei Fachbegriffen. Unser Hör-Lexikon erklärt die wichtigsten Begriffe von Audiogramm bis Zuzahlung.
Häufige Fragen
Wie lange dauert der erste Termin beim Hörakustiker?
Planen Sie etwa eine Stunde ein. Gespräch, Hörmessung und Beratung brauchen Zeit.
Brauche ich eine Verordnung für den ersten Termin?
Für einen Hörtest beim Akustiker nicht. Für die Kostenbeteiligung der gesetzlichen Kasse brauchen Sie aber eine Verordnung vom HNO-Arzt.
Muss ich beim ersten Termin etwas kaufen?
Nein. Lassen Sie sich die Unterlagen mitgeben und entscheiden Sie nach dem Probetragen in Ruhe.
Darf ich jemanden mitbringen?
Ja, das ist sogar sinnvoll. Eine vertraute Stimme hilft auch bei der Einstellung.
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Quellen
- SGB V § 127: Verträge und Beratungspflicht: www.gesetze-im-internet.de
- G-BA: Hilfsmittel-Richtlinie, Abschnitt C Hörhilfen (Stand 2025): www.g-ba.de
Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.
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