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Hörgeräte

Hörgerät pfeift: Ursachen und was Sie tun können

Redaktion HörviaStand: Oktober 20265 Min. Lesezeit

Pfeift ein Hörgerät, entsteht fast immer eine Rückkopplung: Verstärkter Schall gelangt aus dem Gehörgang zurück zum Mikrofon und wird erneut verstärkt. Häufige Ursachen sind ein Gerät, das nicht richtig sitzt, Ohrenschmalz im Gehörgang oder ein verschlissener Schlauch. Vieles können Sie selbst prüfen, den Rest erledigt Ihr Hörakustiker meist schnell.

Wie das Pfeifen entsteht

Ein Hörgerät nimmt Schall mit dem Mikrofon auf, verstärkt ihn und gibt ihn im Gehörgang wieder ab. Entweicht ein Teil dieses verstärkten Schalls nach außen und erreicht das Mikrofon erneut, entsteht eine Schleife. Das Ergebnis ist ein hohes Pfeifen, ähnlich wie bei einem Mikrofon, das zu nah an einen Lautsprecher kommt.

Moderne Hörgeräte haben eine Rückkopplungsunterdrückung, die das meist verhindert. Ganz ausschließen lässt es sich nicht, vor allem bei starker Verstärkung.

Wann Pfeifen normal ist

  • Beim Einsetzen und Herausnehmen.
  • Wenn Sie die Hand oder ein Telefon dicht ans Ohr halten.
  • Beim Umarmen oder wenn Sie den Kopf an eine Lehne legen.
  • Wenn Sie eine Mütze über das Ohr ziehen.

Hört das Pfeifen danach sofort auf, ist alles in Ordnung.

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Die häufigsten Ursachen für dauerhaftes Pfeifen

Das Gerät sitzt nicht richtig

Ist der Hörer, der Dome oder das Ohrpassstück nicht tief genug im Gehörgang, entweicht Schall. Nehmen Sie das Gerät heraus und setzen Sie es in Ruhe erneut ein. Ein Spiegel hilft. Ihr Hörakustiker zeigt Ihnen gern noch einmal, wie es richtig geht.

Ohrenschmalz

Ein Pfropf aus Ohrenschmalz wirft den Schall zurück. Typisch ist, dass das Pfeifen neu auftritt und Sie gleichzeitig dumpfer hören. Entfernen Sie Ohrenschmalz nicht mit Wattestäbchen. Lassen Sie den Gehörgang in der Hausarzt- oder HNO-Praxis reinigen. Mehr dazu im Beitrag Ohrenschmalzpfropf.

Verschlissener Schlauch oder Dome

Bei Hinter-dem-Ohr-Geräten wird der Schlauch mit der Zeit hart und kann reißen. Domes verlieren ihre Form. Beides lässt Schall entweichen. Der Austausch geht schnell und gehört zum normalen Service.

Das Ohr hat sich verändert

Der Gehörgang verändert sich mit dem Alter und bei Gewichtsveränderung. Ein Ohrpassstück, das einmal perfekt saß, kann nach einigen Jahren zu locker sein. Dann braucht es ein neues.

Die Einstellung

Wurde die Verstärkung erhöht, etwa weil Ihr Gehör nachgelassen hat, steigt auch die Neigung zum Pfeifen. Der Hörakustiker kann die Rückkopplungsunterdrückung neu messen oder die Versorgung anpassen.

Was Sie selbst prüfen können

  1. Gerät neu einsetzen und den Sitz prüfen.
  2. Dome, Schlauch und Ohrpassstück auf Risse und Verschmutzung prüfen.
  3. Filter und Schallaustritt nach der Anleitung reinigen. Hinweise im Beitrag Hörgeräte pflegen.
  4. Lautstärke testweise etwas senken.
  5. Bemerken Sie zusätzlich ein dumpfes Gefühl im Ohr, an Ohrenschmalz denken.

Wann Sie zum Hörakustiker sollten

Pfeift das Gerät trotz richtigem Sitz weiter, vereinbaren Sie einen Termin. Anpassungen, neue Domes, ein neuer Schlauch oder ein neues Ohrpassstück gehören zum Service während der Nutzungsdauer. Was davon im Rahmen Ihrer Kassenversorgung abgedeckt ist, regelt der Vertrag mit Ihrem Meisterbetrieb.

Pfeift nicht das Gerät, sondern hören Sie ein Pfeifen auch ohne Hörgerät, kann ein Ohrgeräusch dahinterstecken. Lesen Sie dazu den Beitrag Tinnitus: Ursachen.

Unzufrieden mit Ihren Hörgeräten?

Ständiges Pfeifen ist einer der häufigsten Gründe, warum Hörgeräte in der Schublade landen. Das muss nicht sein. Wenn Sie sich mit Ihrer Versorgung nicht wohlfühlen, sprechen wir im kostenlosen Online-Erstgespräch über Ihre Erfahrungen und nennen Ihnen auf Wunsch einen Meisterbetrieb für eine Überprüfung. Mehr auf der Seite Zweite Meinung zu Hörgeräten.

Pfeifen in den ersten Wochen

Gerade bei neuen Hörgeräten ist ein gelegentliches Pfeifen häufig. Sie lernen noch, die Geräte richtig einzusetzen, und der Hörakustiker tastet sich an die passende Verstärkung heran. Notieren Sie, wann das Pfeifen auftritt: beim Kauen, beim Sprechen, im Liegen, bei bestimmten Mützen. Diese Hinweise helfen bei der Feinanpassung mehr als die allgemeine Aussage, dass es manchmal pfeift.

Kauen und Sprechen

Beim Kauen und Sprechen bewegt sich der Kiefer und mit ihm der Gehörgang. Sitzt ein Ohrpassstück knapp, entsteht dabei kurz ein Spalt, durch den Schall entweicht. Tritt das Pfeifen vor allem beim Essen auf, kann eine andere Domegröße oder ein angepasstes Ohrpassstück helfen.

Was andere hören und Sie nicht

Manchmal hören Menschen in Ihrer Umgebung ein leises Pfeifen, das Sie selbst nicht wahrnehmen, etwa wenn das Gerät in der Hand oder auf dem Tisch liegt und noch eingeschaltet ist. Das ist normal. Öffnen Sie das Batteriefach oder stellen Sie Akku-Geräte in die Ladeschale, wenn Sie sie ablegen. Pfeift das Gerät dagegen im Ohr und andere bemerken es, ist das ein Grund für einen Termin.

Häufige Fragen

Ist es schlimm, wenn mein Hörgerät pfeift?

Kurzes Pfeifen beim Einsetzen ist normal. Dauerhaftes Pfeifen deutet auf einen schlechten Sitz, Ohrenschmalz oder Verschleiß hin und sollte behoben werden.

Warum pfeift mein Hörgerät beim Telefonieren?

Das Telefon wirft den Schall zum Mikrofon zurück. Halten Sie den Hörer etwas schräg oder nutzen Sie, falls vorhanden, Streaming per Bluetooth.

Kann Ohrenschmalz Pfeifen verursachen?

Ja. Ein Pfropf wirft den Schall zurück. Lassen Sie ihn ärztlich entfernen, nicht mit Wattestäbchen.

Kostet die Behebung etwas?

Anpassung und Verschleißteile sind oft Teil des Service. Was genau abgedeckt ist, steht im Vertrag mit Ihrem Meisterbetrieb.

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Quellen

  1. gesundheitsinformation.de (IQWiG): Ohrenschmalz-Pfropf: www.gesundheitsinformation.de
  2. GKV-Spitzenverband: Festbeträge für Hörhilfen (gültig seit 1. April 2022): www.gkv-spitzenverband.de

Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine ärztliche Beratung.

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